Materialien

Die Grundidee dessen, was wir in der sicherheitsorientierten Praxis mit den Begriffen Mapping oder 3  Spalten Analyse benennen, ist eine systematische und fokussierte Form der Führung und Dokumentation von Gesprächen.

Eine Situation zu „Mappen“ heißt sich ein Bild davon machen, was die Sorgen sind, was es an Ressourcen und existierenden Sicherheiten gibt und was die nächsten Schritte sind.

Basierend auf diesen Gesprächsnotizen machen wir eine erste Analyse von der Dringlichkeit der Situation der Familie und der Gefährdungen für die Kinder


> Kritische Fragen zum Mapping 2024

> Ben Furman interviewt Sulkers

Im Mapping, in der Analyse und im Verstehen der Situation, die Sorgen bereitet, spielen die Eltern, die erwachsenen Sorgeberechtigten, eine zentrale Rolle. Im sicherheitsorientierten Arbeiten meint Partizipation, dass es eine Verständigung unter den am Prozess der Hilfe Beteiligten gibt, die Basis einer geteilten Verantwortung ist. Nicki Weld und Maggie Greening, Sozialarbeiterinnen aus Neuseeland hat in den 2000er Jahren dazu eine Idee der „3 Häuser“ für die Kinder entwickelt.

In diesem Video erklärt Nicki Weld die 3 Häuser.

Die Erarbeitung erklärender, heilender und den Schutz der Kinder und Jugendlichen beschreibender Geschichten (Narrative), ist ein zentraler Arbeitsschritt in SOP.

Die Arbeit mit diesen Geschichten (Resolution Approach) wurde in einem familientherapeutischen Team in England entwickelt, in dem Susie Essex arbeitete. 

Sie suchten nach Wegen im Umgang mit verleugneter Misshandlung, um die Kinder vor weiterem Schaden zu schützen und gleichzeitig eine tragfähige Arbeitsbeziehung mit den Eltern zu ermöglichten. Andrew Turnell hat die Kernelemente dieser Arbeit, wie den Umgang mit Verleugung, in die sicherheitsorientierte Praxis (Signs of Safety) als wichtiges Werkzeug und Teil der Sicherheitsplanung integriert, 

Hier sind 2 Texte, die erste Beschreibungen der Arbeitsweise enthalten.

Sonja Parker hat eine kurze Version von erklärenden Geschichten genutzt, die sie „immediate Stories“ (unverzügliche Geschichten) nennt und die von Professionellen für Kinder als Erklärung gemacht werden, wenn Kinder Situationen erleben, die für sie schwer oder nicht zu verstehen und in ihr Erleben zu integrieren sind. Manche sprechen auch von kurzen Wort und Bild Geschichten.

In der Arbeit in Luxemburg nutzen viele diese Geschichten, um z.B. Kindern den Übergang aus der Familie in ein Heim zu erklären. Für die Professionellen ermöglicht es, eine erste kindgerchte Sprache für Geschehnisse in der Familie zu erarbeiten und als Basis für die weitere Arbeit zu nutzen.

Sonja Parker nennt ihren Ansatz „Partnering for Safety“ um die dialogische Qualität und den partizipativen Aspekt zu betonen.

Good outcomes for children, young people, vulnerable adults and their families require genuine and meaningful partnership.Sonja Parker

Auf der Seite von Partnering for Safety gibt es Texte, Anleitungen und Videos zu zentralen Prozessen einer sicherheitsorientierten Praxis wie z.B. zu den 3 Häusern und Sicherheitskreisen mit Kindern wie zur Leitung von Netzwerksitzungen.

Steve de Shazer hat zusammen mit seiner Partnerin Insoo Kim Berg 1978 das Brief Family Therapy Center, BFTC in Milwaukee gegründet, wo sie lösungsorientiert mit Familien arbeiteten. In der Tradition von Milton Erickson verstehen sie Widerstand von Klienten als hilfreiche und nützliche Information:
> Steve de Shazer: The Death of Resistance

Der belgische Psychiater und Psychotherapeut, Luc Isebaert (22.5.1941 – 30.9.2019) hat die lösungsorientierten Ansätze in seiner klinischen Arbeit weiterentwickelt. Er war Mitbegründer der European Brief Therapie Association (EBTA), sowie Gründer und Inspirator des Korzybski-Instituts für lösungsorientierte Therapie und des Brügger Modells für Kurztherapie.

In einem Nachruf beschreibt Filip Caby, Vorsitzender der DSGF, die Arbeit von Luc Isebaert für das systemagazin (systemagazin.com/luc-isebaert-22-5-1941-30-9-2019/Tom Levold).

In dem Text findet sich auch der link auf ein Gespräch von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd mit mit Luc Isebaert zum lösungsorientierten Arbeiten. Luc Isebaert sagt mit Verweis auf Steve de Shazer, dass es zwei zentrale Fragen gibt: „Was will der Klient“ (Frage nach der existenziellen Wahl und was heißt das im Alltag?) „Was haben die Klienten an Ressourcen, um dies umzusetzen?“

Marianne Roessler und Wolfgang Gaiswinkler vom Netzwerk O´st haben sowohl mit Insoo Kim Berg, Steve de Shazer und Luc Isebaert zusammengearbeitet. Sie setzen die lösungsfokussierte Arbeit unter dem Begriff SEN im Kinderschutz um. Auf der Webseite des Netzwerkes gibt es Videos zur Arbeit von Luc Isebaert wie auch Grundlagentexte zu SEN und Signs of Safety. Netzwerk O´st hat auch eine kommentierte Literaturliste zu den theoretischen Hintergründern einer sicherheitsorientierten Praxis im Kinderschutz zusammengestellt.

> kommentierte Literaturliste Lösungsfokussiertes Arbeiten

Aus Seminaren mit Luc Isebaert zwischen 2006 und 2013 hat Gunter Remmert ein Skript zu zentralen konzeptionellen Aspekten der Arbeit von Isebaert verfasst, die unter dem Namen Brugger Modell in die Fachdiskussion eingegangen ist:
> Luc Isebaert Brugger Modell

„Born to Belong“, so der Name der Webseite von Andrew Turnell. Hier gibt esTexte und Literatur zur Entwicklung von Signs of Safety und den lösungsorientierten Grundlagen.

SOP lebt von der gegenseitigen Unterstützung, dem gemeinsamen Lernen, dem Austausch von Materialien und Ideen.

Wir bieten kollektive und individuelle Coachings und Beratung an.
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